Ultraschalluntersuchung der peripheren Nerven
Bei allen Fragen zur Durchführung der Ultraschalluntersuchung der peripheren Nerven, zu bestehenden Kontraindikationen und zu den Besonderheiten der Durchführung können Sie sich an die Ärzte unseres Zentrums wenden.
In den letzten Jahren ist ein zunehmendes Interesse an neurobildgebenden Verfahren der peripheren Nerven zu beobachten, wie MRT und Ultraschall, bei verschiedenen Arten von Neuropathien sowohl erworbener als auch hereditärer Genese. Die Hauptaufgabe des Einsatzes bildgebender Verfahren in Kombination mit neurophysiologischer und laborchemischer Diagnostik besteht darin, die differentialdiagnostische Abklärung zu erleichtern. Früher beschränkte sich der Einsatz des Ultraschalls der peripheren Nerven auf die Überprüfung der anatomischen Integrität der Nervenstämme bei traumatischen Schädigungen und die Darstellung von Tumorprozessen. Später wurden die Vorteile der Ultraschallmethode bei verschiedenen Erkrankungen der peripheren Nerven aufgezeigt.
Ein unbestreitbarer Vorteil der Ultraschallmethode der peripheren Nerven ist ihre Nichtinvasivität, die Sicherheit für den Patienten sowie die Möglichkeit einer unbegrenzt häufigen Durchführung. Zugleich ist die Methode bei einem breiten Spektrum von Pathologien der peripheren Nerven hochinformativ.
Im Querschnittsbild stellt sich der periphere Nerv sonographisch als ovale oder runde Struktur mit scharfem hyperechogenem Rand und einer inneren heterogenen, geordneten Struktur dar (nach dem „Honigwaben“-Muster); im Längsschnitt wird der periphere Nerv als lineare Struktur mit scharfem hyperechogenem Rand dargestellt, innerhalb derer sich hypo- und hyperechogene Streifen abwechseln (nach dem „elektrisches Kabel“-Muster). Die im Ultraschall analysierten Parameter lassen sich in zwei große Gruppen einteilen: qualitative und quantitative. Einer der wichtigsten beurteilten quantitativen Parameter ist die Querschnittsfläche (QSF) des Nervs. Dieser Parameter ist gut reproduzierbar, und es existieren für Erwachsene Referenzwerte für jeden Nerv an standardisierten Messstellen. Die Messungen erfolgen an mehreren Stellen, einschließlich der Nerven an den Armen im proximalen und distalen Abschnitt (Medianus, Ulnaris), der Spinalnerven des Plexus brachialis (C5/C6/C7) sowie der Nerven an den Beinen (Ischiasnerv und seine Äste).
In verschiedenen Labors unterscheiden sich die Protokolle nicht wesentlich, hauptsächlich durch die Einbeziehung zusätzlicher Messpunkte am Ulnarisnerv und eines Messpunkts am Nervus tibialis posterior in Höhe des Sprunggelenks. Das von uns entwickelte Ultraschallprotokoll zur Bestimmung der Querschnittsfläche umfasst 13 Messungen pro Seite (insgesamt 26 Messungen).
Die qualitative Charakterisierung des Umbaus der peripheren Nerven basiert auf der Arbeit von L. Padua. Sie beruht auf dem visuell erfassbaren Prinzip der erhaltenen Differenzierung des Nervs in faszikuläre Gruppen, anwendbar auf den Medianus- und Ulnarisnerv auf Höhe des Ober- und Unterarms im Querschnittsbild.
Die Differenzierung in faszikuläre Gruppen kann fehlen (Typ 1), erhalten sein mit Vergrößerung eines oder mehrerer hypoechogener Faszikel (2B) oder alle unterscheidbaren faszikulären Gruppen betreffen (2A).
Tabelle 1. Wichtigste Arten von Veränderungen der sonographischen Nervenstruktur.
Veränderungen der peripheren Nerven wurden von zahlreichen Forschern nicht nur bei dysimmunen, sondern auch bei hereditären Neuropathien beschrieben. Die wichtigsten Prinzipien zur Beschreibung von Nervenveränderungen bei Neuropathien sind die Symmetrie und das Ausmaß der Vergrößerung der Nervenstämme. Als Ursache der QSF-Vergrößerung gelten heute Ödeme sowie der Wechsel von Demyelinisierungs- und Remyelinisierungsprozessen in Phasen der Exazerbation und Remission der CIDP, was sich bei der histologischen Untersuchung des Nervs durch den Nachweis von Veränderungen vom „Zwiebelschalen“-Typ bestätigt.
Patienten mit einer Krankheitsdauer von 6 Monaten oder mehr weisen bei der Ultraschalluntersuchung eine diffuse Vergrößerung der QSF auf, im Gegensatz zu neu diagnostizierten Patienten, bei denen eine QSF-Vergrößerung nur in den proximalen Abschnitten der Nervenstämme festgestellt wird.
Dementsprechend wurden mehrere Skalen validiert, deren Anwendung in der Routinepraxis aufgrund ihrer Umständlichkeit erschwert ist. In der Tabelle sind einige davon sowie die miteinander verglichenen nosologischen Formen aufgeführt.
Darüber hinaus zeigte sich, dass es von großer Bedeutung ist, zu welchem Zeitpunkt in Bezug auf den Beginn des pathologischen Prozesses und dessen Therapie die Untersuchung durchgeführt wurde. So bildet sich bei therapienaiven Patienten mit CIDP unter Therapie die zuvor festgestellte diffuse symmetrische QSF-Vergrößerung aller Nerven zurück. Die Beurteilung von Parametern wie Vaskularisierung und Echogenität der Nerven hat sich aufgrund technischer Limitationen moderner Ultraschallgeräte nicht weit verbreitet.
Heute wird weiterhin nach optimalen Protokollen für die Ultraschalluntersuchung peripherer Nerven bei Patienten mit Verdacht auf Polyneuropathie sowohl dysimmuner als auch hereditärer Genese gesucht.
Trotz der diskutierten Einschränkungen liegt der Hauptvorteil des Ultraschalls gegenüber der MRT in den geringen Untersuchungskosten, seiner Mobilität und der Möglichkeit einer unbegrenzt häufigen Durchführung zur Beurteilung der Dynamik der Veränderungen der Ultraschallparameter der peripheren Nerven, was sich laut Studien als wichtig für die Beurteilung der Therapiewirksamkeit bei Patienten mit dysimmunen Neuropathien erwiesen hat.
Wir können das gesamte Spektrum der Ultraschalluntersuchung peripherer Nerven unter Anwendung anerkannter Untersuchungsprotokolle anbieten. Die Untersuchung und Interpretation der Daten erfolgt auf hohem Niveau durch Spezialisten, die ihr fachliches Niveau durch langjährige Erfahrung und Publikationen unter Beweis gestellt haben.
Autor des Textes: Dmitry S. Druzhinin, Dr. med. habil.