Neurologe, Neurophysiologe, Dr. med. Professor Druzhinin Dmitry Sergejewitsch

Node of Ranvier

PERIPHERE NEUROPATHIEN

Periphere Neuropathien stellen eine heterogene Gruppe von Zuständen unterschiedlicher Ätiologie und Pathogenese dar, die unter einem gemeinsamen Begriff zusammengefasst werden.

Genau aus diesem Grund sind epidemiologische Studien auf diesem Gebiet spärlich und schwierig durchzuführen.

So beträgt beispielsweise in den Niederlanden die Prävalenz von Neuropathien 77 neue Fälle pro Jahr pro 100.000 Einwohner [Visser N., 2015].

In Russland wurde eine solche Studie nicht durchgeführt.

Ein diagnostisches Problem stellt die Abgrenzung der Neuropathien als eigenständige Erkrankungen von der Gruppe der Polyneuropathien dar, die eine Manifestation eines anderen pathologischen Zustands sind, zum Beispiel als Komplikation eines Diabetes mellitus oder einer systemischen Bindegewebserkrankung.

Die falsche Anwendung und das Missverständnis des Begriffs "Polyneuropathie" sowie diagnostische Schwierigkeiten bei der Erkennung dieser Zustände führen zu einer verzögerten Einleitung der pathogenetischen Therapie potenziell heilbarer Erkrankungen, wodurch das während der diagnostischen Suche vom Patienten erworbene neurologische Defizit irreversibel wird und häufig zu einer Invalidisierung des Patienten führt.

Das Problem der Diagnostik und der Pathogenese von Erkrankungen der peripheren Nerven (PN) geht heute über die routinemäßige instrumentelle und labordiagnostische Untersuchung hinaus.

Dies hängt in erster Linie mit der Entwicklung von Neurovisualisierungsmethoden mittels MRT und Nervensonographie zusammen.

Die fortschreitende Entwicklung der klinischen Medizin, der Labordiagnostikmethoden und der Neurovisualisierung hat jedoch nicht zur Entdeckung biologischer Marker der Erkrankungen oder von Methoden geführt, die eine objektive Bewertung der Wirksamkeit der Polyneuropathie-Therapie ermöglichen.

Dies hat dazu geführt, dass sich die Diagnosealgorithmen für Polyneuropathien innerhalb kurzer Zeit wiederholt geändert haben.

In diesem Zusammenhang ist heute die Suche nach Wegen zur Optimierung der Diagnose und Differentialdiagnose von Neuropathien wichtig, die einen rationalen klinischen und instrumentellen Ansatz für das Problem gewährleisten und dabei die finanziellen und zeitlichen Kosten für den Staat und den Patienten berücksichtigen.

All dies macht jede Forschung mit einem multidisziplinären Ansatz zur Diagnose von Patienten mit neurologischen Erkrankungen, die sich durch eine Schädigung der peripheren Nerven äußern, äußerst relevant.