Konfokale Mikroskopie der Nerven
Das Potenzial der konfokalen Mikroskopie (KM) zur Beurteilung von C-Fasern bei peripherer Neuropathie wird zunehmend untersucht. Es handelt sich um ein nicht-invasives Verfahren zur Beurteilung der terminalen Fasern des ophthalmischen Astes des Trigeminusnervs – der Hornhautnerven –, die Teil des peripheren Nervensystems sind. In einer Entfernung von etwa 1 Millimeter vom Limbus verlieren diese Fasern ihre Myelinscheide, um die Transparenz der Hornhaut zu gewährleisten, und enden im Epithel der oberflächlichen Zellen mit kleinen Invaginationen. Die wichtigsten analysierten Parameter sind die Dichte und Länge der Nervenfasern sowie die Anzahl dendritischer und nicht-dendritischer Langerhans-Zellen. Es wurde eine normative Datenbank für eine Population gesunder Personen erstellt.
Derzeit werden drei KM-Modi verwendet: Laser-Scanning-, Spalt-Scanning- und Tandem-Scanning-KM. Diese Modi unterscheiden sich in Lichtquelle, Vergrößerung, Kontrast und Auflösung. Die Anwendung der Methode wurde bei diabetischer Neuropathie, idiopathischer Small-Fiber-Neuropathie, Morbus Fabry sowie einer Reihe von Erkrankungen, die zu einer Schädigung dünner Fasern führen, beschrieben, einschließlich hereditärer sensorischer und autonomer Neuropathie (HSAN), dysimmuner Neuropathie, Morbus Crohn, chemotherapieinduzierter Neuropathie und Trigeminusneuralgie.
Von besonderem Interesse sind Arbeiten zur Beurteilung des Schädigungsgrades dünner unmyelinisierter Fasern anhand konfokalmikroskopischer Befunde bei Patienten mit hereditärer motorischer und sensorischer Neuropathie Typ 1A. Veränderungen der Dichte der Hornhautnerven wurden zudem bei Augenerkrankungen nachgewiesen (Sicca-Syndrom, Keratokonus, Kontaktlinsentragen, neurotrophe Keratopathie, Wiederherstellung der Sensibilität nach Hornhautoperationen usw.). Veränderungen der Dichte der Hornhautnerven wurden auch bei Patienten mit chronischer Migräne und ischämischer Hirnschädigung festgestellt.
Abbildung. Methode der konfokalen Mikroskopie.
Demonstration der konfokalen Mikroskopiemethode für dünne C-Fasern.
Somit ist die konfokale Mikroskopie der Hornhautnerven eine nicht-invasive, zugängliche Methode, die das Ausmaß der Beteiligung dünner unmyelinisierter C-Fasern objektiviert und die Möglichkeit einer frühen subklinischen Diagnose von Neuropathien unterschiedlicher Genese eröffnet. Die Suche nach nosologisch spezifischen Merkmalen war trotz der technologischen Weiterentwicklung der Methode bislang nicht erfolgreich.
Autor des Textes: Dr. med. habil. Дружинин Д.С.