Nervenbiopsie
Die periphere Nervenbiopsie ist ein wertvolles Instrument zum Nachweis pathomorphologischer Veränderungen bei bestimmten Patienten mit Neuropathie.
Angesichts der Invasivität des Eingriffs wird die Biopsie als letzter Schritt in der instrumentellen Diagnostik betrachtet. Als Biopsiematerial werden in der Regel der Nervus suralis oder der oberflächliche Ast des Nervus radialis entnommen.
Eine Biopsie kann bei CIDP, Transthyretin-Amyloid-Neuropathie, Sarkoidose, Lepra sowie der seltenen, durch Silbervergiftung verursachten Neuropathie hilfreich sein. Bei Patienten mit Diabetes mellitus (DM) sollte aufgrund möglicher, mit der Grunderkrankung verbundener Komplikationen auf eine Biopsie verzichtet werden.
Die Hautbiopsie zur Bestimmung der C-Faser-Dichte ist bei Patienten mit klinischem Bild einer Small-Fiber-Neuropathie indiziert und dient dem Nachweis dieses Zustands selbst, nicht seiner Ätiologie. Diese Untersuchungsmethode weist eine hohe Sensitivität von bis zu 90 % auf. Die Biopsie anderer Gewebe, zum Beispiel der Speicheldrüse, erfolgt bei Verdacht auf ein Sjögren-Syndrom; die Biopsie von Fettgewebe der vorderen Bauchwand, der Mundschleimhaut oder des Rektums ist bei Amyloidose aussagekräftig, die von Lymphknoten bei Sarkoidose.
Autor des Textes Dr. med. habil. Dmitry S. Druzhinin