Quantitative sensorische Testung
Eine Methode zur quantitativen Beurteilung der sensorischen Funktion des Patienten durch Messung der Wahrnehmungsschwelle präzise kalibrierter sensorischer Reize. Häufig werden Vibrations-, Wärme- oder Schmerzreize gewählt, die es nicht erlauben, einzelne Rezeptortypen isoliert zu testen, sondern vielmehr verschiedene Kombinationen von ihnen aktivieren. Während der sensorische Reiz ein objektives physikalisches Ereignis ist, ist die Reaktion des Patienten darauf subjektiv. Bei Abweichungen von der Norm kann die Läsion sowohl im rezeptiven Bereich, in den Leitungsbahnen als auch im primären sensorischen Kortex des Gehirns lokalisiert sein. Darüber hinaus können auch psychoemotionale Faktoren die Wahrnehmung des Reizes beeinflussen. Die Methode verfügt über zwei Ansätze – die Methode der „Reizgrenze" und die Methode der Bestimmung des „Reizniveaus". Bei der „Grenzwert"-Methode bestimmt die Testperson, wann ein abnehmender Reiz nicht mehr wahrgenommen wird. Bei der Niveaumethode werden Reize unterschiedlicher Intensitätsstufen getestet, wobei die Aufgabe der Testperson darin besteht, dieses Niveau zu bestimmen. Der Vorteil der letzteren Methode besteht darin, dass sie nicht von der Reaktionsgeschwindigkeit des Patienten abhängt.
Somit kann die Methode Belege für die Beteiligung kleiner sensibler Nervenfasern liefern, jedoch kann die Methode aufgrund ihres subjektiven Anteils nicht isoliert angewendet werden und muss im klinischen Kontext in Kombination mit anderen Daten interpretiert werden.
Textautor: Dr. med. habil. Druzhinin D.S.